Unternehmenskulturen zu verstehen und zu gestalten, ist die zentrale Voraussetzung für Wachstum und organisationale Entwicklung. Mit ILOCS entsteht an der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) Berlin ein psychoanalytisch orientiertes Curriculum, das den Blick für die kulturellen, diversitären und psychodynamischen Bedingungen der Arbeit in Unternehmen und Organisationen schärft.
Da Wirtschaft von Menschen mit jeweils individuellen Bedürfnissen gemacht wird, kombiniert ILOCS berufspraktisches Know-how mit psychoanalytischen Konzepten und Ideen: Expertinnen und Experten aus der Praxis, renommierte Wissenschaftler und psychoanalytisch orientierte Berater vermitteln Kompetenzen, die erst im Zusammenspiel die Innovativität und emotionalen Kompetenzen von Teams und Führungskräften voranbringen.
Das Curriculum richtet sich an Postgraduierte aller Fachrichtungen sowie an Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung, Bildung, Pädagogik und Psychotherapie, die ihre Leadership-Kompetenzen erweitern wollen. Der berufsbegleitende Zertifikatslehrgang besteht aus acht Modulen, die auch einzeln buchbar sind. Dabei erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die methodischen Grundlagen der psychodynamischen Organisationsentwicklung sowie die Expertise für ein weiterführendes Verständnis von psychodynamischen Prozessen im Unternehmen.
Bis zum Start von ILOCS im Wintersemester 2016 an der Sigmund Freud Privatuniversität Berlin finden regelmäßig Vorträge und Veranstaltungen zu ausgewählten Themen aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft statt. WUNDERBLOG präsentiert hier die Referentinnen und Referenten mit ihren Themen. Zum ILOCS Flyer...

Freud war ein Neurologe, der seinen Beruf aufgab, um Psychoanalytiker zu werden: Mit dieser häufig kolportierten Ansicht wird man weder den professionellen Anfängen des Wiener Nervenarztes, noch der Psychoanalyse gerecht. Deren Kernkompetenz besteht (nach Jacques Lacan) darin, dass das Unbewusste sprachlich strukturiert ist und zwischen Arzt und Patient nichts als ein Austausch von Worten stattfindet. Bei diesem Verfahren spielt die Neurologie eine vergessene Schlüsselrolle. Auf der Grundlage seines neurohistologischen Fachwissens verfasste Freud 1891 die Monografie „Zur Auffassung der Aphasien“, eine 100-seitige Studie, in der er ein Doppeltes leistet: Er verweist die Neurologie in ihre Schranken, weil deren Bemühungen, Aphasien anatomisch zu lokalisieren, dem sprachlichen Gegenstand nicht gerecht wurden. Im Gegenzug entwirft er ein eigenes Sprachmodell, das seine therapeutische Aufmerksamkeit auf hysterische Symptome, Versprecher, Witze und Fehlleistungen lenkt. Anhand des „Signorelli-Beispiels“, mit dem die Psychopathologie des Alltagslebens eröffnet wird, soll das Grundprinzip dieses Sprachkonzepts und seine Verwurzelung in der Kritik an der Neurologie vorgestellt werden. Ein lacanianischer Vortrag für alle: ohne verstiegene Fachtermini und esoterische Geheimnistuerei.
Mentoring und Netzwerkarbeit sind die zwei Schlüsselstrategien für Frauen und Männer, die ihre beruflichen Chancen nutzen wollen. Doch was für viele Männer selbstverständlich ist, hat sich bei den Frauen noch keineswegs etabliert. Die beiden Gründerinnen und Geschäftsführerinnen Karin Heinzl (MentorMe) und Clarissa-Diana Wilke (WOMEN'S BOARDWAY) stellten am internationalen Frauentag im Rahmen des 4. ILOCS Jour Fixe an der Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin ihre Kooperation im Bereich Mentoring vor. Heraus kam ein informativer und spannender Diskussionsabend rund um die zentralen Fragen des beruflichen Weiterkommens. Weiterlesen ...
Nicht nur im Privatleben, sondern auch am Arbeitsplatz gilt: Für Zufriedenheit gibt es keine Garantie. Unterdessen trägt die Arbeitszufriedenheit maßgeblich zur Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen und dessen Führung bei. Daher lohnt sich für Arbeitgeber die Suche nach den Ursachen für zufriedene Mitarbeiter: Welche Faktoren motivieren langfristig? Barbara Hoyer, Unternehmensberaterin und Co-Founderin von Happy Works, berichtete in ihrem Vortrag im Rahmen des ILOCS Jour Fixe an der SFU Berlin von ihren Erfahrungen mit Aspekten und Maßnahmen der Mitarbeitermotivation. Weiterlesen...
Nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig - diese schlichte Einsicht macht plausible, warum Betriebliches Gesundheitsmanagement in jedem Unternehmen ein wichtiges Thema sein sollten. Downsizing, Outsourcing, Digitalisierung verbrauchen die gesundheitlichen Reserven der Belegschaft. Prof. Dr. Anabel Ternès vom Internationalen Institut für Nachaltigkeitsmanagement an der SRH Hochschule Berlin (IISM) stellte in ihrem Vortrag im Rahmen des ILOCS Jour Fixe an der SFU Berlin neueste Trends und Ansätze vor, wie die Mitarbeitergesundheit in Organisationen als Thema verankert und im Alltag aktiv gelebt werden kann. Weiterlesen...
Gelegentlich taucht die Frage auf, was eigentlich das Unbewusste im Kontext von Unternehmens- und Organisationsberatung zu suchen habe. Sind Organisationen nicht durchrationalisierte Systeme, in denen es um Zahlen und Fakten geht? Der Vortrag erläutert Grundkenntnisse und Methoden der psychodynamischen Organisationsberatung am Beispiel von Stanislaw Lems Science-Fiction-Klassiker Solaris. Der Planet Solaris gibt Rätsel auf, weil er sich nicht an die Gesetze der Physik hält. Für die Besatzung der gleichnamigen Station verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Wahnvorstellung. Lems Roman erzählt damit nicht zuletzt auch die Geschichte einer Organisation und ihren unbewussten Dynamiken und Gruppenprozessen. Hieran anknüpfend zeigte der Eröffnungsvortrag von Dr. Moritz Senarclens de Grancy im Rahmen des ILOCS Jour Fixe an der SFU Berlin den psychoanalytischen Ansatz in Coaching und Organisationsberatung. Weiterlesen...